KI-Strategie entwickeln: vier Spielfelder statt nur Effizienz

Eine KI-Strategie beginnt nicht mit der Toolauswahl, sondern mit der Frage, wo Sie spielen wollen. Wir unterscheiden vier Spielfelder: bestehende Prozesse verbessern, ein KI-Produkt bauen, das Unternehmen auf AI first umstellen oder ein neues Geschäftsfeld starten. Alle vier sind richtig. Schwierig wird es erst, wenn niemand weiß, in welchem er gerade steht.
Platz 10 von 10.
So weit hinten landet die Neuausrichtung des Geschäftsmodells in einer Horváth-Studie, für die über 1.000 Vorstände in 32 Ländern nach ihren Prioritäten gefragt wurden. Innovation kommt auf Rang 6. Ganz oben, zum ersten Mal Priorität Nummer eins in Europa: KI.
Beim ersten Lesen klingt das nach guter Nachricht. Beim zweiten fällt auf, was die Kombination bedeutet. KI steht ganz oben auf der Agenda, wird aber vor allem für das eingesetzt, was ohnehin schon da ist. Schneller, günstiger, mit weniger Aufwand. Effizienz schlägt Strategie.
Ist das falsch? Nein. Nur bleibt Platz 10 dann eben Platz 10.
Warum die meisten KI-Strategien im Effizienz-Feld stecken bleiben
Effizienz ist der naheliegende Einstieg. Sie lässt sich messen, sie überzeugt jeden Controller, und der erste Erfolg kommt schnell. Wie will man dagegen argumentieren? Wir haben es selbst so gemacht. Heute würden wir anders vorgehen.
Das Problem beginnt, wenn aus dem Einstieg das ganze Programm wird. Dann optimiert man Prozesse, die man vielleicht gar nicht mehr bräuchte, wenn man sie mit heutigen Möglichkeiten neu denken würde. Und die Frage, was Sie Ihren Kunden mit KI anbieten könnten, was vorher nicht ging, stellt niemand.
Eine gute KI-Strategie für Unternehmen verbietet also nicht die Effizienz. Sie macht sichtbar, welche anderen Spielfelder es gibt, und trifft dann eine bewusste(re) Wahl.
Die vier Spielfelder: Wo stehen Sie?
Wie Sie eine KI-Strategie entwickeln, die nicht im Foliensatz endet
Wir sehen in Projekten immer wieder dasselbe: Die Strategie wird erarbeitet, schön aufbereitet und dann nicht umgesetzt, weil der Weg vom Papier in den Alltag fehlt. Vier Schritte helfen dagegen.
1. Spielfeld wählen, bewusst. Entscheiden Sie, in welchem Feld Sie in den nächsten sechs Monaten starten. Ein Feld, nicht alle vier. Die anderen bleiben auf der Liste.
2. Einen Hebel benennen. Innerhalb des Feldes suchen Sie den einen Anwendungsfall mit dem größten Nutzen im Verhältnis zum Aufwand. Konkret genug, dass ein Team am Montag damit anfangen kann.
3. Die Messgröße vorher festlegen. Was muss in drei Monaten funktionieren, damit Sie das Projekt einen Erfolg nennen? Wenn Sie das nicht vorher aufschreiben, wird hinterher jedes Ergebnis zum Erfolg erklärt.
4. Den Kontext klären. Welches Wissen über Ihr Unternehmen braucht die KI für diesen Fall? Ohne diesen Schritt beginnt die Nacharbeit, die viele KI-Projekte ausbremst. Mehr dazu in Warum KI-Projekte scheitern.
Klingt nach wenig? Ist es auch. Genau darin liegt der Punkt. Eine KI-Strategie für den Mittelstand muss nicht alles abdecken. Sie muss entscheiden.
Genau dafür ist unser KI-Workshop gebaut: ein halber Tag mit Ihren Leuten, am Ende stehen Spielfeld, Hebel und Messgröße auf einer Seite. Zum KI-Workshop
Was uns selbst geholfen hat
Als wir 2023 mit KI angefangen haben, standen wir fest in Spielfeld 1. Präventionsprogramme effizienter machen, Texte schneller schreiben, Recherchen verkürzen. Das hat funktioniert und war trotzdem zu wenig. Erst als wir uns gefragt haben, welche Angebote mit KI überhaupt erst möglich werden, sind neue Produkte entstanden. Seitdem stellen wir die Spielfeld-Frage am Anfang jedes Projekts, auch bei uns selbst.
Häufige Fragen
Beginnen Sie mit der Frage, in welchem Spielfeld Sie KI einsetzen wollen: effizienter werden, etwas Neues bauen, auf AI first umstellen oder Chancen in einem neuen Geschäftsfeld realisieren. Danach wählen Sie einen konkreten Hebel, legen die Messgröße fest und klären, welches Unternehmenswissen die KI dafür braucht.
Ein Ziel mit Messgröße, eine bewusste Wahl des Spielfelds, ein erster Anwendungsfall mit Verantwortlichen und eine Aussage dazu, wie Menschen und Führungskräfte einbezogen werden. Toolauswahl kommt danach.
Häufig sind Angebotserstellung, Vorsortierung von Anfragen, Dokumentation und Wissenssuche (Spielfeld 1, effizienter werden). Seltener, aber mit größerem Hebel: neue datenbasierte Services für bestehende Kunden oder digitale Produkte aus vorhandenem Fachwissen.
Nicht zwingend. Hilfreich ist ein Blick von außen, wenn intern jeder eine andere Vorstellung von KI hat oder wenn Sie über das Effizienz-Feld hinaus denken wollen. Wichtig ist, dass am Ende ein umsetzbarer erster Schritt steht und kein Foliensatz. Dafür ist unser KI-Workshop da: ein halber Tag, Ergebnis auf einer Seite.
Quellen & Transparenz
Transparenz: Stefan Zipperer, Gründer HorAIzon verantwortet Inhalt und Einordnung. Stand: Oktober 2026. Recherche und Quellenprüfung mit KI-Unterstützung. Entwurf mit KI-Unterstützung, redigiert und verantwortet vom Autor. Details in der KI-Transparenz. HorAIzon berät zu den beschriebenen Themen; Beiträge sind keine Rechts- oder Steuerberatung.

Stefan Zipperer
KI-Business-Strategie · Knowledge / Company Brain · Agenten-Hub · KI-Produktivität · E-Learning · Gamification · AIOS · Health Journeys & Prävention